Am vergangenen Wochenende waren die Augen der Fußballfans aus aller Welt nur auf einen Mann gerichtet: Cristiano Ronaldo feierte sein Debüt in der spanischen Liga und selbst für den mit großem Konsens gewählten Weltfußballer des Jahres wäre etwas Nervosität völlig normal gewesen. Wer sich jedoch bereits auf einen weniger guten Einstand eingestellt hatte, der wusste nicht, wie abgebrüht Ronaldo ist.
In der 35. Minute trat Ronaldo, mit sämtlichen Blicken auf sich gerichtet, zum Elfmeter an. Er nahm einen tiefen Atemzug, wischte sich mit dem Ärmel den Schweiß vom Gesicht, dann gab es kein Zögern mehr. Ein Geschoss, so schnell, dass es die Kamera kaum einfangen konnte, sauste über den Rasen und an den ausgestreckten Armen des Torhüters vorbei, der sogar richtig geraten hatte und genau in die Ecke abtauchte, für die Cristiano Ronaldo sich entschieden hatte. Doch da war es bereits zu spät und der Ball zappelte schon im Netz. Für diesen perfekt getretenen Elfmeter gab es schlicht kein Halten und, wenn man bedenkt, in welchem Moment Ronaldo diesen Treffer erzielte, ist „perfekt“ sogar noch untertrieben.
Nennen wir es Wiedergeburt oder zweites Leben oder einfach die Fortführung einer Ausnahmekarriere – Cristiano Ronaldo scheint bereit, das nächste Kapitel zu schreiben. Atmen wir tief durch, wischen wir uns den Schweiß vom Gesicht und sehen ihm gebannt zu, wie er weiter Geschichte schreibt.
Ronaldos Wiedergeburt
03 September 2009
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